Beim Essen kann man Dinge erfahren, die man sonst nie erfahren hätte. Woher kann man wissen, dass Japaner jeglichen Anstand verlieren, wenn sie ein nicht-japanisches Frühstück essen? Bacon mit Salat und bunte Cornflakes mit Sirup und Erdbeerjoghurt. Sie schmatzen und alles muss ganz schnell gehen und dann, von einer Sekunde auf die andere, springen sie auf, die Hälfte der Beute liegt noch auf dem Teller und sie verschwinden. Als hätten sie ein unsichtbares und unhörbares Signal erhalten: bis hier her und nicht weiter! Als müssten sie Abbitte leisten für ihre Frühstückssünden.
Eine gewisse Kontinuität gewinnt alles durch die Gesellschaft meines neuen Freundes Jakob, dem Absolventen aus Princeton. Ich glaube mittlerweile, dass er ein Cyborg ist, seine Hand verlässt niemals das Criminal Law- Buch, als ob er daraus Lebenssäfte zöge, unsichtbare Stahlen ihn am Leben hielten. Nach Unterhaltungen über Kurse, Italienreisen und Leselisten, erzählt mir Jakob, dass er während seiner Lektüre, die jeden Tag mehrere tausend Seiten umfasst, vielleicht sogar mehr, eine kurze Pause machen wollte, um sich ein bisschen zu erholen: …and I logged in at Facebook, by the way, do you know what Facebook is?
Kann jemand, der einen B.A. Abschluss an einer der besten Unis der Welt hat, wirklich glauben, dass sein Altersgenosse nicht weiß, was Facebook ist? Er hätte fragen können: Have you heard of Facebook? Vielleicht noch vertretbar. Aber sogar diese Frage hätte ihm ein interessierter Spiegel-Leser im Alter von 63 Jahren beantworten können.
Als er sich Nachschlag geholt hat, hat er seltsamerweise kurz so getan, als würde er wie ein Eisläufer über den Boden gleiten. Ich wusste nicht, was der folgende Spruch in seiner Sprache heißt: Wer auf dünnen Eis Schlittschuh läuft, wird nur dann nicht einbrechen, wenn er so schnell wie möglich läuft. Bei Bedarf werde ich ihn fragen.
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